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...und wir kennen sie alle. Zugegeben, dieser Zustand ist nicht gerade angenehm. Man kann davon Magenbeklemmung, Hitzewallungen, Schweißausbrüche bekommen, ja, Angst raubt uns sogar den Schlaf und lähmt unsere Aktivitäten.
Wozu sind unsere Ängste da und wie kommen sie zustande? Angst tritt immer dort auf, wo wir uns in einer Situation befinden, der wir uns nicht oder noch nicht gewachsen fühlen. Denken wir etwa an die ersten selbständigen Laufschritte eines Kindes, bei denen es erstmals die haltende Hand der Mutter loslassen und die Angst vor dem Alleingehen, vor dem Alleingelassensein im freien Raum überwinden muß. Oder nehmen wir den Schulanfang, wo das Kind aus dem Schutz der Familie in eine neue und zunächst fremde Gemeinschaft hineinwachsen und sich in ihr behaupten soll. Solche Einschnitte in unserem Leben verursachen Angst. Es ist etwas, zu dem wir noch keine Erfahrung haben. Jeder von uns hat seine ganz persönliche Beziehung zur Angst. Sie hängt mit unseren Anlagen zusammen und mit unserer Entwicklungsgeschichte, die praktisch mit unserer Geburt beginnt. Ein Kind, das viel alleingelassen wird, wird Angst vor dem Alleinsein bekommen. Ein Kind, das als Strafmaßnahme in einen dunklen Keller gesperrt wird, kann damit ein Leben lang Angst vor Dunkelheit und Eingesperrtsein behalten. Einem Kind, dem dauernd gesagt wird: »Laß das, das kannst Du nicht«, wird oft die Angst nicht mehr los, alles falsch zu machen. |
Angst ist damit vielfach ein Druckmittel. Wir erzeugen die Angst, häufig Angst in anderen, machen sie klein und ängstlich, damit wir uns selbst stark fühlen können. Doch damit zeigen wir nur unsere eigene Schwäche.
Angstgefühl ist ein Signal Angst hat grundsätzlich in unserem Leben auch eine sehr nützliche Funktion. Angst überwinden hat etwas mit Vertrauen zu tun Schon die Eltern können ihren Kindern ganz entscheidend helfen, ihre ganz natürlichen Ängste zu überwinden, indem sie sie ermutigen. Ein Kind, dem immer wieder gesagt wird: »Das kannst Du«, und dem auch die Chance gegeben wird, dies auch auszuprobieren, bekommt zunehmend mehr Vertrauen zu sich selbst. Mit diesem Selbstvertrauen wird es auch jede neue, angsterzeugende Situation mutig in Angriff nehmen. Aber auch das Vertrauen zu anderen ist bei der Überwindung der Angst wichtig. Wenn wir das Gefühl haben, egal was passiert, unsere Eltern, Partner oder Freunde lassen uns »nicht fallen«, wird es viel leichter sein, auch einmal den Schritt ins Ungewisse zu tun. Auch wenn sich später herausstellt daß er falsch war. |
Was läßt sich gegen Angst tun?
Als erstes sollte jeder ehrlich überprüfen, was es mit seiner Angst auf sich hat: Ist sie vielleicht nur reine Bequemlichkeit: »Ich tue nichts - dann riskiere ich nichts?« Oder verstecken wir uns hinter der Ausrede Angst, damit wir keine Verantwortung übernehmen müssen? ![]() Tabletten gegen Angst zu nehmen, heißt auch nur, vor der Angst zu fliehen. Wenn eine neue, noch unüberschaubare Situation auf uns zukommt, sollten wir versuchen, sie für uns erst einmal gedanklich »durchsichtig« zu machen. Auch ohne viel Phantasie kann sich jeder vorstellen, was im besten und was im schlechtesten Fall passieren könnte. Indem wir uns damit auseinandersetzen, nehmen wir einem kommenden Ereignis schon eine große Bedeutung. Wir sollten vor allem mit anderen Menschen darüber sprechen. Wenn Angst wirklich zu einem großen Problem wird, dann sollten Sie sich nicht scheuen, auch mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen. |
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| ©2003 Andreas Tschirpke |