Streß

Stress
»Streß« ein Schlagwort oder mehr?
Geht es Ihnen auch so? Man mag das Wort »Streß« gar nicht mehr im Munde führen. Es ist so entsetzlich normal geworden! Jeder »hat Streß«;

der Manager genauso wie seine Sekretärin, der Schichtarbeiter, die Hausfrau, der Rentner. Ja sogar Schüler und Kleinkinder leiden unter Streß. Streß ist zu einem Schlagwort für alles geworden. Doch was ist er wirklich?

Der Begriff Streß stammt aus dem Englischen und bedeutet Druck, Beanspruchung, Belastung. Etwas also, dem jedes Lebewesen täglich ausgesetzt ist. Streß ist keineswegs eine Errungenschaft unseres Zeitalters, sondern er gehört zum menschlichen Leben wie die Luft zum Atmen, wie Wasser und Nahrung.

Stress

Streß kann alles. Er regt uns an oder auf, treibt uns zu Höchstleistungen oder in die Krankheit.
Streß - also Beanspruchung, Belastung - ist grundsätzlich etwas sehr Positives. Wir brauchen ihn, um unsere Aufgaben zu bewältigen, Probleme und Konflikte zu lösen, immer wieder die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit zu erproben. Positiver Streß, also Belastung, die Spaß macht, regt uns an, beflügelt uns zu außerordentlichen Leistungen. Das Ergebnis: Wir fühlen uns wohl, sind glücklich und zufrieden. Umgekehrt kann das bedeuten: Haben wir überhaupt nichts, das uns fordert und beansprucht, keine Ziele und Aufgaben und damit auch keine Erfolgserlebnisse, werden wir lustlos, unzufrieden und unglücklich. Mit anderen Worten: Zu wenig Streß führt zur Lethargie, ja sogar zur Krankheit.

Wieso heißt es so oft, Streß macht krank?
Richtigerweise muß es heißen, zuviel Streß macht krank. Aber wieviel ist zuviel? Das ist von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Die Fahrt in einer Achterbahn beispielsweise kann für den einen ein herrlicher Nervenkitzel sein, ein anderer steht dabei Todesängste aus und ist total gestreßt. Ob wir uns gestreßt fühlen oder uns stressen lassen, liegt vor allem an uns selbst. Es gibt Menschen, die ziehen den Streß geradezu an den Haaren herbei. Ihr übergroßer Ehrgeiz, der Wunsch alles perfekt zu machen, setzt sie dauernd unter übergroßen Druck und Spannung. Dazu kommen meist Ungeduld. Reizbarkeit und Aggressivität, die sich an der kleinsten Kleinigkeit entzünden. Beispielsweise am unerwarteten Hupen des Hintermanns, an der gerade anfahrenden Straßenbahn, die sie noch erreichen wollten, am täglichen Ärger mit den Kollegen. Menschen mit solchem Verhalten setzen ihren Körper viele Male am Tag in höchste Alarmbereitschaft. Wie ein Dampfkessel, der unter übergroßem Druck explodiert, reagiert eines Tages auch der Körper. Hoher Blutdruck, Magen- und Darmgeschwüre, Herzinfarkt oder Schlaganfall können typische Gesundheitsschäden eines langdauernden, starken Stresses sein. Menschen dagegen, die von Natur aus entspannter, weniger von Ehrgeiz gepackt sind, also zu den gemütlicheren Zeitgenossen gehören und leichter zufriedenzustellen sind. fühlen sich in weit geringerem Maß gestreßt und sind daher längst nicht so gefährdet.

Kann man aus seiner Haut herausschlüpfen?
Streß ist kein Schicksal. Menschen, die für ihn anfällig sind, können lernen. bewußt Gegenprogramme zu setzen: Durch geplante Bewegung (Wandern. Schwimmen, Kegeln. Tanzen usw.), als Ersatz für Kampf und Flucht, durch sinnvolle Freizeitgestaltung (Hobbies), durch eine gesunde, den individuellen Bedürfnissen angepaßte Ernährung und durch systematische Entspannung, etwa mit Hilfe von autogenem Training oder Yoga.